Beitragsbemessungsgrenzen und andere Sozialversicherungsrechengrößen 2017

Die Beitragsbemessungsgrenzen markieren das Maximum, bis zu dem in den Bereichen der Sozialversicherung die Beiträge erhoben werden. Der über diesen jeweiligen Grenzbetrag hinausgehende Teil des Einkommens ist beitragsfrei.
 
Grundlage für die Berechnung ist die Steigerungsrate der durchschnittlichen Bruttolöhne- und -gehälter aller Arbeitnehmer im vorletzten Kalenderjahr, die das Statistische Bundesamt ermittelt hat. Die Zahlen werden jährlich um die sogenannte Lohnzuwachsrate angepasst. Die Lohnzuwachsrate 2015 betrug 2,46 Prozent in den westlichen Ländern und 3,91 Prozent in den östlichen Ländern. Bundesweit ergibt sich eine Veränderungsrate von 2,65 Prozent.
 
Die Beitragsbemessungsgrenzen wurden für das Jahr 2017 wie folgt festgesetzt:
 

 

Rentenversicherung der Arbeiter und Angestellten und Arbeitslosenversicherung

  • Beitragsbemessungsgrenze West: 6.350 Euro/Monat (76.200 Euro/Jahr)
  • Beitragsbemessungsgrenze Ost: 5.700 Euro/Monat (68.400 Euro/Jahr)

Rentenversicherung der Knappschaft

  • Beitragsbemessungsgrenze West: 7.850 Euro/Monat (94.200 Euro/Jahr)
  • Beitragsbemessungsgrenze Ost: 7.000 Euro/Monat (84.000 Euro/Jahr)

Kranken- und Pflegeversicherung

  • Beitragsbemessungsgrenze bundeseinheitlich: 4.350 Euro/Monat (52.200 Euro/Jahr)

Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung
Die Versicherungspflichtgrenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze) in der gesetzlichen Krankenversicherung wird bundeseinheitlich auf 57.600 Euro/Jahr bei erstmaligem Überschreiten (2016: 56.250 Euro/Jahr) festgesetzt. Arbeitnehmer, deren Einkommen über dieser Grenze liegt, können sich bei einer privaten Krankenversicherung versichern. Die Grenze entspricht 75 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung der Arbeiter und Angestellten.
 
Für Arbeitnehmer, die bereits am 31.12.2002 aufgrund der zu diesem Zeitpunkt geltenden Regelungen wegen des Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze versicherungsfrei waren (PKV-Versicherte), sinkt die Jahresarbeitsentgeltgrenze für das Jahr 2017 auf 52.200 Euro/Jahr in Ost und West (2016: 50.850 Euro). Dieser Wert ist identisch mit der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung.
 
Beitragssätze

  • Allgemeiner Beitragssatz in der Krankenversicherung: 14,6%. Der in der Krankenversicherung seit dem 01. Januar 2009 im Rahmen des Gesundheitsfonds bestehende einheitliche Beitragssatz in Höhe von 15,5% wurde zum 31.12.2014 abgeschafft.
  • Brauchen die Kassen mehr Geld, können sie einkommensabhängige Zusatzbeiträge erheben. Der Arbeitgeberanteil beim allgemeinen Beitragssatz bleibt bei 7,3 Prozent. Pauschale Zusatzbeiträge in festen Eurobeträgen dürfen die Krankenkassen dagegen nicht mehr erheben. Einen Sozialausgleich gibt es ab 2015 auch nicht mehr. Damit gibt es eine verbindliche Beitragsuntergrenze von 14,6 Prozent beim allgemeinen Beitragssatz (Arbeitnehmer und Arbeitgeber je 7,3 Prozent). Beim besonderen Beitragssatz gibt es eine verbindliche Beitragsuntergrenze von 14,0 Prozent (Arbeitnehmer und Arbeitgeber je 7,0 Prozent). Den einkommensabhängigen Zusatzbeitrag der Arbeitnehmer kann die Krankenkasse selbst festlegen.
  • Beitragssatz Pflegeversicherung: 2,55% + 0,25 Zuschlag für Kinderlose ab Vollendung des 23. Lebensjahres. Rentner müssen den Gesamtbeitrag von 2,55 oder 2,80 Prozent allein aufbringen.
  • Beitragssatz Rentenversicherung: 18,7%; in der knappschaftlichen Rentenversicherung 25,1%)
  • Beitragssatz Arbeitslosenversicherung: 3,0%

Bezugsgröße
Die Bezugsgröße, die für viele Werte in der Sozialversicherung Bedeutung hat - z. B. in der gesetzlichen Krankenversicherung für die Festsetzung der Mindestbeitragsbemessungsgrundlage für freiwillige Mitglieder sowie für das Mindestarbeitsentgelt und in der gesetzlichen Rentenversicherung für die Beitragsberechnung von versicherungspflichtigen Selbständigen oder Pflegepersonen - wird für das Jahr 2017 wie folgt festgesetzt.

  • für die Kranken- und Pflegeversicherung bundesweit 2.975 (2016: 2.905) Euro monatlich
  • für die Renten- und Arbeitslosenversicherung Ost 2.520 (2016: 2.660) Euro monatlich
  • für die Renten- und Arbeitslosenversicherung West 2.975 (2016: 2.905) Euro monatlich

   
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